IPA

Aktuelle Nachrichten des Instituts für poetische Alltagsverbesserung (IPA*)

*Das IPA ist eine Institution, die sich vornehmlich der Möglichkeitsarchäologie widmet. Mit dieser will es** zum Kern der Welt, den es in der Erdichtung vermutet, vordringen, anstatt wie viele seiner Vorgänger nach der Wahrheit zu suchen, die uns immer wieder auf der Müllkippe hinter den Dingen stranden ließ. Scheinbar zufällig fördert das IPA mit seiner Tätigkeit bessere Versionen unserer so genannten Wirklichkeit zutage, die ganz im Trend einer allumfassenden Optimierung liegen.

** „Das Institut bin ich“, sprach die Institutsdirektorin, „also der Roman, der hier entsteht.“

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Aluhüte für jeden Kopf – bestellen Sie beim IPA!

AMTLICH: Großauftrag für das Institut für poetische Alltagsverbesserung. Die Angestellten des Instituts – letzteres personifiziert von mir – wurden von offizieller Seite dazu aufgefordert, Aluhüte für jeden modischen Geschmack zu fertigen, um die Bevölkerung vor CHEMTRAILS zu schützen. Da sind wir also, wir Feschenerzeugerinnen. Oder sie sind wir, die jungen Frauen mit den kleinen braunen Händen aus Indien, denen wir den Auftrag weitergegeben haben. Sie identifizieren sich mit mir, ihrem Unternehmen. Die Hände aus Indien sind nämlich billiger, die können sie sich leisten. Die robusteren dagegen haben wir aufgekauft, sie sind zum Arbeiten zu schade. Für die Dauer dieses Welttheaters sind daher die Inderinnen ich, oder wir sind wir, wir erzeugen, wie gesagt, die Feschen, indem wir ihnen mit Hilfe von Aluhüten Geld abknöpfen, wenn auch die Moral, die am Sonntag selbst einen Aluhut aufhat, den Kopf schüttelt über uns. Die Braunen, die aber die Hüte unbedingt brauchen, damit sie groß genug scheinen, ein politisches Amt antreten zu dürfen, tun etwas, dass ich einfach ich sein kann: Weil das Institut keine Fertigungsabteilung für Hüte besitzt, werden die Erzeugnisse in unbezahlter Heimarbeit als eine Art Rollenprosa von mir hergestellt.

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Schluckbildchen go Edition Taschenspiel

Vor langer Zeit waren in Institutionen der katholischen Kirche so genannte „Schluckbildchen“ zu erwerben – kleine Papierstückchen, auf denen ein Gebet oder das Konterfei eines Heiligen zu sehen war. Diese pflegte man in Wasser aufzulösen. In die Nahrung von Menschen oder Tieren gemischt, vertrieben sie jedes Unglück. Das IPA hat sich dieser alternativen Heilmethode angenommen und produziert neuerdings poetische Schluckbildchen für Ihre Hausapotheke. Ein Gesundheitsratgeber, in dem Sie Kopiervorlagen für die Herstellung von DIY-Versionen finden, erscheint im Frühjahr in der Wiener Edition Taschenspiel.

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Die vom IPA kuratierte Wanderausstellung (aufgrund ständiger Projekt-Schwangerschaft unangenehm demonstrativ am Leibe der Personifikation des Instituts herumgeschleppt) zeigt derzeit ein ganz besonderes Objekt. Eine Datierung weist das Köfferchen, über dessen Herkunft sich das IPA wohlweislich ausschweigt (das Köfferchen als Symbol für Flucht etc., Leute, wir haben diese Menschen, die sich beim Flüchten nichts Neues einfallen lassen können, schon dermaßen satt; und dann noch: ein „Köfferchen“! Blöde Verniedlichung!) – also ausschweigt, nicht auf, aber zumindest eine Beschriftung, denn sonst wüsste man ja nicht, dass es sich da um etwas handelt, das fast so wichtig ist wie Kunst, nicht wahr? Also dieser quasi-fast-künstlerische, aber wegen besserer Verkaufbarkeit simuliert-wissenschaftliche Beipackzettel behauptet, es handle sich bei dem Gebilde um ein „[m]angelhaft erhaltenes Exemplar der Notplastinierung eines so genannten Ameisenkuchens, leider wolkig geworden durch die Wechselwirkung des Plastinierungsmaterials mit einer unbekannten Substanz (Baumharz??? Bestätigung würde die Hypothese stützen, dass Ameisenkuchen als Abwehr-Absonderung von Bäumen gegen die Besiedelung mit Formica rufa entstehen [s. Lehrfilm „CODA“, O. Saxinger 2017]).“

Ist natürlich alles erstunken und erlogen. Der erwähnte Lehrfilm aber existiert schon fast und ist am 13. Juli im österreichischen Kulturforum Berlin, Stauffenbergstraße 1, zu sehen. (Beginn 19.30)

++++ SERVICE+++

Dass Erinnerungen sich verändern, aber auch mit Absicht verändert, ja sogar implementiert werden können, ist bekannt. Warum sollten Sie sich mit unerfreulichen Ereignissen Ihrer Vergangenheit quälen? Lassen Sie Ihre schlimmsten Stunden beim Institut für poetische Alltagsverbesserung in lichte Momente umschreiben, mit denen Sie in Zukunft viel Freude haben werden.

Ihnen entfällt vieles? Wir schreiben Ihnen Erinnerungen, die besser als die Originale sind.

Die Erinnerung der Zukunft kommt aus dem Hause IPA und ähnlicher Quatsch.

Das habe ich gerade gelesen.

 

Hier können Sie gleich eine Mail an das IPA schicken : Kontakt IPA

Ach, noch ein Tipp: Fragen Sie bei Bedarf einfach mal nach einem Studiotermin, um sich das passende Foto zu Ihrer exklusiven Erinnerung machen zu lassen. Zwei arbeitslose KünstlerInnen flehen Sie an. So was kann sich nicht jede/r leisten, also zeigen Sie, dass Sie können. Wir – zum Beispiel – könnten nicht. Sind nur Dienstleister etc. Die Erinnerung können Sie sich dann ans Revers stecken, wenn sie Hände haben. Ist wichtig, vor allem für Leute komplett ohne Vorstellungsvermögen. Oder wählen Sie um Gottes willen aus unserem preisgünstigen Angebot von Standardbildern, in die wir Ihren Auftritt implementieren. Sieht echt / fast so gut aus wie das Luxusmodell, aber natürlich merken alle, dass es keins ist. Also – mailen Sie uns!