Psittacos

Nero

[Mit österreichischem Akzent zu lesen:] One day I opened my beloved and put a drama into it. But the drama tried to become bigger than my beloved. So I kicked her in the stomach with the feet. And then this evil child killed my wife with the last strength, to punish me. Then I put on the mask with the face of the beloved, and I was the victim, and the stupid mistress who had hurt me so badly mourned me.

Ein Wiener Barockexperte hat jetzt die Nase voll von seinem Gegenstand und jetzt steigt er drauf, und siehe da, er, der Gegenstand, zerbricht, da stellt er, der Experte, fest, dass er, der Gegenstand, hohl ist. So eine Frechheit! Er hat so viel Zeit mit diesem Gegenstand verbracht, dass er mit ihm, der ihm vorgegaukelt hat, aus angemaltem Vollholz zu sein, ganz verwachsen ist. Kein Wunder, dass ihm, welcher sich jetzt mit seinem Gegenstand nicht mehr identifizieren kann, das goldene Herz bricht. „Oh, das Herz ist ja hohl“, ruft da die Poetin, deren Gegenstand bekanntlich das goldene Wiener Herz ist.

Pflänzchen Liebe

Stell dir vor, du gehst in einen Gartensupermarkt und kaufst dir dort eine unbekannte Pflanze. Dann pickst du dir per Zufall eine Pflegeanleitung zu einer ganz anderen Pflanze aus einem Gartenbuch raus und wendest die falschen Anweisungen penibelst auf das gekaufte Wesen an. Wenn die Pflanze dann eingeht, sprichst du mit wissender Miene davon, dass sie an psychologischen Problemen gestorben ist, weil die Tatsache, dass du sie falsch gepflegt hast, ihr gezeigt hat, dass du sie nicht liebst: Liebe beruhe, so behauptest du strikt, auf dem Erkennen des / der Geliebten.

Kry, Mimi, kry …

[…] beweist die geheime Gesellschaft für detektierbare, aber nicht mit menschlichen Sinnen wahrnehmbare Phänomene (AFDBNPP), die uns gewiss noch alle ins Grab bringen wird, die Existenz eines Tieres oder vielleicht sogar menschenähnlichen (!) Lebewesens. Es ist auf der Erde zuhause, scheint sehr anpassungsfähig zu sein, bewohnt jedes Habitat, wiewohl noch kein Mensch je bewussten Kontakt mit ihm gehabt hat (außer den Mitgliedern der Gesellschaft für etc.) Das X ist  mit dem Geiger-Zähler erfassbar. Ebenso ist seine Eigenschaft nachgewiesen, auf Eisen abstoßend zu wirken, zumindest fallen Gegenstände aus diesem Metall an ihm runter, als sei Magnetismus eine pure Erfindung irgendwelcher Schreiberlinge, die sich dann bewahrheitet hat. Kann das Wesen aber zum Beispiel in Gefangenschaft gehalten werden? Spuckt es unter Folter Geheimnisse aus? Hat es Angst vor Waterboarding? Könnte es durch diese Angst identifiziert werden? Wir wissen es nicht. Das X zeichnet sich jedenfalls durch die Fähigkeit aus, sich zu bewegen, doch weiß man nicht, ob es Beine besitzt oder besitzen muss, um X zu sein. Andererseits erfahren wir aus dem Artikel, der hier rudimentär wiedergegeben wird (vielleicht ist dies hier der die Fakten rudimentär wiedergebende Artikel), dass X Laute im Infraschallbereich von sich gibt. Und: Es verdaut offensichtlich (unabsichtlich?) Pollen oder Plastikteilchen, irgendwas mit P. Sie fragen sich, warum dieser Vorgang nicht sichtbar ist, wenn das Wesen selbst sich doch der Sichtbarkeit entzieht? Müssten wir dann nicht sehen, was in seinem Inneren vor sich geht? So viel passiert (p), das wir uns nicht erklären können. Ja, dergleichen passiert immer mehr, es muss mithin eine Überpopulation (PP) des Wesens X in Betracht gezogen werden. Jedenfalls aber gilt: Unsichtbar ist nicht transparent. Die beiden Eigenschaften als gleichbedeutend zu betrachten, wäre verfehlt. Ja, es gibt zwei Wörter, zwei Eigenschaften. Man könnte vielleicht sagen: Dieses Lebewesen nimmt jeweils das Aussehen jenes Teils der Umwelt an, den es verdeckt […].

Der Plan

Im Schloss faseln die Kojoten vom Volk. Sie haben gehört, dass sich diese Leute, die ständig blöde Gerüchte über sie in die Welt setzen, vor dem schwarzen Mann ängstigen. Die Kojoten denken, dass man mit solchen Ängsten spielen müsse, man müsste Musik daraus machen, die das Ungeheuer einlullt. Man müsste unbedingt eine ordentliche Blasmusik zum schwarzen Mann bringen und ihm auf diese Weise des Volkes Ernst wegnehmen oder so. Ganz durchdacht ist der Plan noch nicht.

Thomas-Theorem

 

Die Ente: „Mrs. Twitter, was raten Sie uns zum Tag?“

Mrs. Twitter: „Nun, heute beschäftigen wir uns am besten mit dem Thomas-Theorem. Ja, das passt besser zu diesem Tag als alles andere. Mr. Trumpel ist Präsident? Handeln wir doch, als stimme das nicht. Die Konsequenzen unseres Handelns werden unsere Ansicht der Situation bestätigen, wenn wir ein bisschen Glück haben, und ein bisschen Glück muss jeder haben, nicht? Also, es geht hier doch auch um Wahrscheinlichkeiten und so.“

Die Ente: „Danke für diesen nützlichen Tipp!“

Keine gehässigen Postings schreiben!

Liebe Leute, schreibt keine gehässigen Postings mehr! Es geht das Gerücht, dass diese auf gewissen Seiten absichtlich provoziert werden, um mehr Klicks zu erreichen und dadurch die Werbeeinnahmen zu steigern. Das so gewonnene Geld wird genau für die Projekte genutzt, die ihr eigentlich verhindern wollt. Also: Surft und – vor allem – schreibt am besten gar nicht mehr, dann passiert es euch nicht, dass ihr euch unabsichtlich für eine gute Sache engagiert! Over and out.

Linz, Bim

In der Straßenbahn tanzte ein junger Mann, kaute rhythmisch an seiner Jause. Er aß beim Tanzen, als sei Letzteres sein Beruf, als beherrsche er das Multitasking. Ich dagegen saß nur so da, mein Körper repräsentierte mein Leben. Ich hatte gerade meine digitale Existenz verloren, aber ich schaute dennoch fröhlich in den heimatlichen Abschnitt des Alls, denn da tanzte dieser junge Mann vor sich hin, und ich sah jetzt, warum mein Blick an ihm picken blieb: Der Junge hatte keine Ohrhörer dran! Die Musik vom Lieblingslabel hatte sich so oft durch seine Neuronen gebohrt, dass er sie noch hörte, auch wenn er sie schon nicht mehr hörte. Und wenn ich es mir recht überlege, bin ich auch immer noch dort, an jenem verlorenen digitalen Ort. Ja, selbst wenn ich mir nie mehr einen Account leisten kann – mein Profil wird in Ewigkeit blinken für dich, Ich bin für dich da, I am your twinkling star, schallalalalaaa.